Kohlenmonoxid bei Stromausfall: Wie du dich vor der unsichtbaren Gefahr schützt

Kohlenmonoxid (CO) ist farblos, geruchlos und geschmacklos, der Mensch nimmt es nicht wahr. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung, also genau dann, wenn bei Stromausfall mit Gaskocher, Ofen, Grill oder Aggregat Ersatzwärme und Ersatzstrom erzeugt wird. Jährlich erleiden rund 3.000 bis 4.000 Menschen in Deutschland eine Kohlenmonoxidvergiftung, mehrere hundert sterben daran.

Weißer Rauchmelder mit orangefarbener Kappe an einer Zimmerdecke

Kurz zusammengefasst: CO blockiert den Sauerstofftransport im Blut, ohne dass Atemnot auftritt. Erste Anzeichen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Schläfrigkeit, die leicht übersehen werden. Bei hohen Konzentrationen führen wenige Atemzüge zu Bewusstlosigkeit oder Tod. Bei Verdacht gilt: alle Personen sofort ins Freie, Notruf 112 wählen und nicht zurück ins Haus. Ein CO-Melder nach DIN EN 50291-1 warnt, ersetzt aber weder Rauchmelder noch Heizungswartung.

Wie entsteht Kohlenmonoxid im Haushalt?

CO entsteht bei unvollständiger Verbrennung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe, etwa in Heizungen, Kaminöfen, beim Grillen oder in Shisha-Bars. Defekte Gasthermen, verstopfte oder undichte Abluftrohre und zu wenig Frischluft setzen CO frei. Blockierte Schornsteine, etwa durch Vogelnester oder abgelöste Dachpappe, verhindern den Abzug der Abgase.

Auch starke Dunstabzugshauben und Lüftungsanlagen können einen Unterdruck erzeugen, durch den sich die Strömungsrichtung des Kamins umkehrt. Der Versicherer-Ratgeber nennt zusätzlich den Trend zu Kaminöfen und Ethanol-Brennern als Risikofaktor. Wer bei Stromausfall mit Verbrennung heizt, wie im Beitrag Heizen ohne Strom beschrieben, bewegt sich damit in genau dem Feld, in dem die meisten Unfälle passieren.

Welche Geräte gehören nie in die Wohnung?

Holzkohlegrills, Gasgrills, Heizpilze und gasbetriebene Heizstrahler gehören nicht in geschlossene Räume. Ein brennender oder nachglimmender Holzkohlegrill in der Wohnung bedeutet laut Feuerwehr Troisdorf akute Lebensgefahr, auch geschlossene Balkone und Plätze vor Fenstern sind riskant. Geräte mit Verbrennungsmotor brauchen ausreichend Belüftung.

Das betrifft auch das Kochen ohne Strom: Campingkocher und Grill gehören auf Balkon oder Terrasse, wie der Beitrag zu Kühlschrank und Lebensmitteln bei Stromausfall erklärt. Ein Benzin- oder Dieselaggregat läuft nur im Freien, wie die Vergleiche zu Benzin-Notstromaggregaten zeigen.

Expert Insight: Die Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung sind unspezifisch, deshalb gelingt eine sichere Diagnose nur mit einer Blutgasanalyse im Krankenhaus. Der Versicherer-Ratgeber weist außerdem darauf hin, dass bei chronischer Vergiftung durch geringe Dosen Folgeschäden wie Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen oder Angststörungen Monate oder Jahre später auftreten können. Ein Winterabend mit Kopfschmerzen und Übelkeit ist also kein harmloser Infekt, wenn dabei ein Ofen läuft.

Woran erkennt man eine Kohlenmonoxidvergiftung?

An Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Sehstörungen und Schläfrigkeit, ohne dass Atemnot auftritt. Das Gehirn ist meist als Erstes betroffen, Verwirrtheit und Schüttelfrost können dazukommen. Schwere Vergiftungen enden in Bewusstlosigkeit und Tod.

Wie schützt ein CO-Melder?

Er überwacht die Raumluft permanent und alarmiert nach Konzentration und Dauer. Gekauft werden sollten nur Geräte nach DIN EN 50291-1, erkennbar am BSI- oder LPCB-Prüfzeichen. Die Messzelle ist meist elektrochemisch und hält bis zu 7 Jahre, die Batterie bis zu 5 Jahre. Das Gerät sollte Selbsttest, Störungswarnung und Anzeige des Messzellen-Lebensendes haben.

Bei nur einem Melder gehört er in den Schlafbereich oder in den Flur davor, in einer Höhe von 1,5 bis 1,85 Metern. Ein zweiter Melder sollte mindestens 6 Meter von der Heizung entfernt hängen. Nicht geeignet sind Küchen, feuchte oder stark staubige Räume. Der Melder ersetzt keine Rauchmelder, keine Heizungswartung und keine Prüfintervalle.

Wichtiger Hinweis: Bei Alarm oder Verdacht das Gebäude sofort mit allen Personen verlassen, wenn möglich Türen und Fenster öffnen, das Mobiltelefon mitnehmen und draußen den Notruf 112 wählen. Nicht ins Haus zurückgehen und keine Rettungsversuche unternehmen, die die eigene Gefährdung erhöhen. Die Feuerwehr auf CO als vermutete Ursache hinweisen.

Wie oft müssen Heizungen geprüft werden?

Abgasanlagen bei raumluftabhängigen Heizungen müssen jährlich überprüft werden, bei raumluftunabhängigen Heizungen liegt das Intervall bei zwei bis drei Jahren. Wer im Winter mit Zusatzgeräten arbeitet, sollte außerdem die Zuluft prüfen: Wäschetrockner und Lüftungsgeräte können zu wenig Frischluft für die Feuerstätte übrig lassen. Wie Kerzen als Lichtquelle sicher genutzt werden, beschreibt der Beitrag zum Kerzenvorrat.

Häufige Fragen zu Kohlenmonoxid

Kann man Kohlenmonoxid riechen?
Nein. CO ist farblos, geruchlos und geschmacklos. Es dringt zudem durch Wände, Decken, Böden, Beton und Mauerwerk.
Ersetzt ein CO-Melder den Rauchmelder?
Nein. Ein CO-Melder ersetzt weder Rauchmelder noch Heizungswartung noch Prüfintervalle.
Wo hängt man einen CO-Melder auf?
Bei nur einem Melder im Schlafbereich oder im Flur davor, 1,5 bis 1,85 Meter über dem Boden. Nicht in Küchen oder in feuchten und staubigen Räumen.
Was tun bei CO-Alarm?
Alle Personen verlassen sofort das Gebäude, Türen und Fenster werden wenn möglich geöffnet. Draußen wird der Notruf 112 gewählt, zurück ins Haus geht niemand.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Kohlenmonoxidvergiftung · dieversicherer.de · Artikel vom 25. November 2024 zu Ursachen, Symptomen, Prüfintervallen, CO-Meldern und Verhalten bei Alarm.
  • CO-Hinweise · Feuerwehr Troisdorf · Bürgerinformation zu Gefahrenquellen, Verhalten bei Verdacht und Anforderungen an CO-Melder (ältere Veröffentlichung, Preis- und Statistikangaben darin nicht übernommen).