BBK-Checkliste für den Krisenfall: Was das Bundesamt für Bevölkerungsschutz konkret empfiehlt

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt pro Person mindestens 2 Liter Wasser täglich und einen Vorrat für 10 Tage. Die Behörde nennt konkrete Lebensmittelkategorien, aber keine festen Portionsgrößen – die liefert stattdessen ein separater Vorratskalkulator des Bundesministeriums für Ernährung.

BBK-Checkliste für den Krisenfall

Kurz zusammengefasst: Das BBK empfiehlt 2 Liter Wasser pro Person und Tag (1,5 Liter Trinken, 0,5 Liter Kochen) und einen Vorrat für 10 Tage, mindestens aber 3 Tage als Einstieg. Bei Lebensmitteln nennt die Behörde Kategorien wie Konserven, Trockenfrüchte und Nüsse, aber keine Mengenangaben – dafür gibt es den kostenlosen Vorratskalkulator unter ernaehrungsvorsorge.de. Ergänzend fordert das BBK Bargeld, ein batteriebetriebenes Radio, eine Taschenlampe und eine Hausapotheke.

Wie viel Trinkwasser empfiehlt das BBK pro Person und Tag?

Das BBK setzt den Mindestbedarf bei 2 Litern Wasser pro Person und Tag an. Davon entfallen 1,5 Liter auf reines Trinken, die restlichen 0,5 Liter sind für das Kochen eingeplant. Bei einem Vier-Personen-Haushalt und dem BBK-Zielwert von 10 Tagen ergibt das 80 Liter Wasser – ohne Wasser für Hygiene, Geschirrspülen oder Toilettenspülung, die bei einem echten Ausfall der Wasserversorgung zusätzlich anfallen.

Die 2 Liter sind ein Minimum für gemäßigtes Klima und normale körperliche Aktivität. Stillende, Schwangere, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen haben einen höheren Bedarf, den das BBK nicht separat beziffert. Für die Lagerung eignen sich handelsübliche Wasserkanister aus lebensmittelechtem Kunststoff, wie sie auch für Faltkanister und Wasserbeutel beschrieben sind.

Expert Insight: Wasser aus dem eigenen Wasserhahn hält sich in einem sauberen, lichtdicht verschlossenen Kanister erfahrungsgemäß 6 bis 12 Monate ohne Zusatzstoffe, bevor sich Geschmack und Keimzahl spürbar verändern. Wer den Vorrat nicht alle paar Monate austauschen will, greift stattdessen zu Wasserkonservierungsmitteln auf Silberionen-Basis – die verlängern die Lagerfähigkeit auf mehrere Jahre, ohne dass vor dem Trinken eine Aufbereitung nötig wird.

Wie lange soll der Vorrat laut BBK reichen — 3 oder 10 Tage?

Das BBK nennt zwei Zeiträume, die häufig verwechselt werden. Das Idealziel liegt bei 10 Tagen Selbstversorgung ohne Zugriff auf Supermarkt, Trinkwasserversorgung oder Stromnetz. Für alle, die gerade erst mit dem Vorrat anfangen, empfiehlt die Behörde 3 Tage als realistischen ersten Meilenstein.

Der 10-Tage-Zeitraum orientiert sich an der EU-weiten Empfehlung für zivile Krisenvorsorge, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 verstärkt kommuniziert wurde. 10 Tage decken die typische Dauer ab, die Rettungskräfte und Behörden brauchen, um nach einem regionalen Stromausfall, Hochwasser oder einer Gasmangellage wieder eine funktionierende Grundversorgung herzustellen.

Welche Lebensmittel gehören laut BBK in den Notvorrat?

Das BBK nennt 6 Lebensmittelkategorien als Beispiele: Trockenfrüchte, Konserven mit Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch, Trockenfleisch beziehungsweise Trockenwurst, Nüsse, Zwieback und Müsliriegel. Gemeinsames Merkmal aller 6 Kategorien: Sie halten sich bei Zimmertemperatur mehrere Monate bis Jahre und brauchen keine Kühlung.

Konkrete Mengen pro Person nennt das BBK bewusst nicht, weil Energiebedarf und Ernährungsgewohnheiten stark variieren. Stattdessen verweist die Behörde auf den Vorratskalkulator des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter ernaehrungsvorsorge.de, der aus Haushaltsgröße und Vorratsdauer eine individuelle Einkaufsliste errechnet. Wer bereits Notration-Vorräte wie NRG-5-Notrationen oder MRE-Verpflegungspakete im Haus hat, kann diese als Ergänzung zur BBK-Kategorienliste einplanen, nicht als vollständigen Ersatz.

Wichtiger Hinweis: Konserven und Trockenware verlieren nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht automatisch ihre Genießbarkeit, aber Nährwert und Geschmack nehmen ab. Ein Vorrat ohne Rotationsplan wird im Ernstfall zum Problem, wenn große Teile gleichzeitig ablaufen. Ein Kontrolltermin alle 6 Monate im Kalender verhindert, dass der komplette Vorrat auf einmal ausgetauscht werden muss.

Welche Ausrüstung fordert das BBK zusätzlich zu Essen und Trinken?

Neben Wasser und Lebensmitteln nennt das BBK 5 weitere Ausrüstungsbereiche: ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio für Informationen bei Stromausfall, eine funktionierende Taschenlampe mit Ersatzbatterien, eine gut sortierte Hausapotheke, wichtige Dokumente in einer griffbereiten Mappe und einen Bargeldvorrat, weil Kartenzahlung bei Stromausfall häufig ausfällt.

Für das Radio bietet sich ein Gerät mit Kurbel- und Solarladefunktion an, das unabhängig von Batterien läuft, etwa Modelle wie in der Roxicosly-Kurbelradio-Beschreibung vorgestellt. Für die Taschenlampe empfiehlt sich ein Modell mit mehreren Helligkeitsstufen, wie es der Artikel zur Prepper-Taschenlampe beschreibt.

Wie berechnet man die richtige Vorratsmenge für den eigenen Haushalt?

Der Vorratskalkulator des BMEL arbeitet mit 3 Eingabewerten: Anzahl der Personen im Haushalt, Altersgruppen und gewünschte Vorratsdauer in Tagen. Aus diesen Werten errechnet das Tool eine Einkaufsliste mit Mengenangaben in Kilogramm und Litern pro Lebensmittelkategorie.

Für einen Zwei-Personen-Haushalt mit 10-Tage-Ziel ergibt sich daraus üblicherweise ein Wasserbedarf von 40 Litern, während der Lebensmittelbedarf je nach Kalorienbedarf zwischen 15 und 20 Kilogramm Trockenmasse liegt. Diese Werte dienen als Orientierung, nicht als feste Vorgabe – Haushalte mit Kindern, älteren Menschen oder besonderen Ernährungsbedürfnissen weichen davon ab.

Welche Fehler machen die meisten Haushalte beim Vorrat-Aufbau?

3 Fehler tauchen bei der BBK-Checkliste besonders häufig auf: Erstens wird der Wasserbedarf für Hygiene und Kochen unterschätzt, weil nur die 1,5 Liter Trinkwasser eingeplant werden. Zweitens fehlt ein Rotationssystem, sodass Vorräte gleichzeitig ablaufen. Drittens wird die Notausrüstung (Radio, Taschenlampe, Dokumente) nachrangig behandelt, obwohl sie bei einem echten Stromausfall oft wichtiger ist als zusätzliche Kalorien.

Meine Einschätzung: Die häufigste Lücke liegt nicht bei Wasser oder Lebensmitteln, sondern beim Bargeldvorrat. Viele Haushalte haben zwar Konserven im Keller, aber keine 200 bis 300 Euro in kleinen Scheinen griffbereit. Bei einem großflächigen Stromausfall funktionieren Kartenterminals und Geldautomaten nicht mehr, während Bäcker und Tankstellen mit Notstromaggregat oft weiterverkaufen – nur eben ausschließlich gegen Bargeld. Wer die BBK-Liste abarbeitet, sollte den Bargeldpunkt nicht als Nebensache behandeln.

Das Wichtigste in Kürze:

  • 2 Liter Wasser pro Person und Tag, davon 1,5 Liter zum Trinken
  • 10 Tage Vorratsdauer als Ziel, 3 Tage als Einstiegs-Minimum
  • 6 BBK-Lebensmittelkategorien: Trockenfrüchte, Konserven, Trockenfleisch, Nüsse, Zwieback, Müsliriegel
  • Kostenloser Vorratskalkulator unter ernaehrungsvorsorge.de für individuelle Mengen
  • Radio, Taschenlampe, Hausapotheke, Dokumente und Bargeld gehören zusätzlich zur Liste

Häufige Fragen zur BBK-Checkliste

Gibt es die BBK-Checkliste auch als PDF zum Download?
Ja, das BBK veröffentlicht den Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ als kostenloses PDF auf bbk.bund.de. Darin sind die Empfehlungen zu Wasser, Lebensmitteln und Ausrüstung ausführlicher beschrieben als auf der Website.
Reicht ein 3-Tage-Vorrat für den Anfang aus?
Das BBK nennt 3 Tage ausdrücklich als Einstiegsziel für Haushalte, die noch keinen Vorrat haben, nicht als empfohlenes Endziel. Die Behörde rät, den Vorrat schrittweise bis auf 10 Tage auszubauen.
Muss der Notvorrat aus speziellen Prepper-Produkten bestehen?
Nein. Das BBK nennt bewusst normale Supermarkt-Lebensmittel wie Konserven, Nüsse und Trockenfrüchte. Spezielle Langzeit-Notrationen sind eine Ergänzung, kein Ersatz für die BBK-Grundliste.
Was passiert, wenn der Vorrat abläuft, bevor er gebraucht wird?
Abgelaufene Konserven und Trockenware verlieren Geschmack und Nährwert, sind aber meist noch länger genießbar als das Datum angibt. Ein Rotationsplan mit halbjährlicher Kontrolle verhindert, dass große Mengen gleichzeitig entsorgt werden müssen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • BBK – Essen und Trinken bevorraten · bbk.bund.de · Offizielle Seite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz mit den Basis-Empfehlungen zu Wasser- und Lebensmittelvorrat.
  • BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (PDF) · bbk.bund.de · Ausführlicher Behörden-Ratgeber mit der vollständigen Checkliste inklusive Ausrüstung und Dokumenten.
  • Vorratskalkulator · ernaehrungsvorsorge.de · Tool des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur individuellen Berechnung der Vorratsmenge.