Für den Notfall reichen nach üblichen Empfehlungen etwa 500 Euro pro Haushalt oder mindestens 100 Euro pro Person in kleinen Scheinen. Hintergrund ist, dass Geldautomaten und Kartenleser bei Stromausfall oder Cyberangriff stundenlang ausfallen können, während Bargeld ohne Technik funktioniert.

Warum braucht man im Notfall Bargeld?
Weil Kartenzahlung und Geldautomaten von Strom, Netz und Rechenzentren abhängen. Fällt eines davon aus, ist das Konto zwar voll, aber nicht nutzbar. Beim Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel im April 2025 waren Geldautomaten und Kartenlesegeräte in Spanien und Portugal stundenlang außer Betrieb.
Die Europäische Zentralbank beschreibt Bargeld deshalb als Ersatzreifen für das Zahlungssystem: Kein System sei unfehlbar, daher habe Bargeld entscheidende Bedeutung. Wie wahrscheinlich ein längerer Ausfall in Deutschland ist, behandelt der Beitrag Blackout-Wahrscheinlichkeit in Deutschland. Er zeigt auch, dass regionale Ausfälle über mehrere Tage durchaus vorkommen.
Wie viel Bargeld sollte man für den Notfall zu Hause haben?
Eine amtliche Zahl für Deutschland gibt es nicht. Das BBK nennt keinen Bargeldbetrag, sondern empfiehlt, sich mindestens 10 Tage selbst versorgen zu können. Als Richtwerte dienen Empfehlungen aus Österreich: 500 Euro pro Haushalt vom Oberösterreichischen Zivilschutz, bis zu 100 Euro pro Haushaltsmitglied von der Österreichischen Nationalbank.
Rechnet man die 500 Euro auf 10 Tage um, sind das 50 Euro pro Tag für den gesamten Haushalt. Bei vier Personen bleiben gut 12 Euro pro Person und Tag für Lebensmittel, Wasser, Batterien oder Benzin. Wer bereits einen Vorrat nach der BBK-Checkliste angelegt hat, braucht weniger Bargeld, weil die größten Posten schon im Schrank liegen. Hilfreich ist es, den eigenen Wochenbedarf an Lebensmitteln und unverzichtbaren Ausgaben auszurechnen und mit zwei Wochen zu multiplizieren.
Zum Vergleich: Nach der Befragung der Deutschen Bundesbank von 2023 haben Erwachsene im Schnitt 103 Euro im Geldbeutel. Zu Hause liegen im Schnitt 573 Euro, 2021 waren es 463 Euro. Nur vier von zehn Befragten bewahren überhaupt Bargeld zu Hause auf, diese haben im Schnitt 1.417 Euro. Die meisten Haushalte liegen mit ihren Reserven also in einer ähnlichen Größenordnung wie die Empfehlungen, die Frage ist eher, ob die Scheine passend gestückelt sind.
Welche Scheine eignen sich für den Ernstfall?
Kleine Scheine. Im Katastrophenfall sind 20-Euro-Scheine praktischer als 200-Euro-Scheine, weil Händler oder Nachbarn bei einem Stromausfall kaum Wechselgeld haben. Die Nationalbank rät ausdrücklich zu niedrigen Stückelungen. Tauschgeschäfte jenseits des Bargelds beschreibt der Beitrag zum Tauschhandel in Krisenzeiten.
Wie lagert man Bargeld sicher zu Hause?
Verteilt, trocken und feuerfest. Bargeld kann durch Diebstahl, Brand oder Wasserschaden vernichtet werden. Einbrecher kennen laut Allianz typische Verstecke wie Matratzen, Schreibtischschubladen und Bücher und suchen dort gezielt. Besser sind mehrere, weniger offensichtliche Orte, wie im Beitrag über Geheimverstecke für Vorräte beschrieben.
Größere Summen gehören in einen fest verankerten, zertifizierten Tresor oder ein Bankschließfach. Wichtig ist die Hausratversicherung: Bei Diebstahl, Wasser- oder Brandschäden zahlt sie nach Angaben des GDV in den meisten Fällen nur 1.000 bis 2.000 Euro für Bargeld, höhere Summen müssen extra vereinbart werden. Über 500 Euro Notgroschen hinaus lohnt sich also ein Blick in die Police.
Gibt es eine gesetzliche Grenze für Bargeld zu Hause?
Nein. Für Bargeld im eigenen Haushalt gibt es in Deutschland keine rechtlich festgelegte Obergrenze. Das Gerücht einer straffreien Grenze von 10.000 Euro stimmt nicht: Die 10.000 Euro gelten für Bareinzahlungen bei der Bank und für Warenzahlungen. Nach dem Geldwäschegesetz muss bei Einzahlungen oder Überweisungen ab 10.000 Euro die Herkunft des Geldes belegt werden.
Ein Nachteil bleibt: Bargeld verliert durch Inflation stetig an Wert. Deshalb sollte der Notgroschen eine begrenzte Reserve sein, kein Sparkonto. Wer bei Ausfall von Strom und Internet auch auf Informationen angewiesen ist, findet im Beitrag Internet- oder GPS-Ausfall weitere Szenarien.
Quellen und weiterführende Literatur
- So viel Bargeld solltest du für Notfälle zu Hause haben · utopia.de · Artikel vom 26. August 2026 mit Empfehlungen von Zivilschutz, Nationalbank, EZB und Zahlen der Bundesbank.
- Bargeld zu Hause lagern: Gibt es eine Obergrenze? · leinetal24.de · Stand 27. November 2023 zu gesetzlichen Grenzen und Hausratversicherung.

