Powerstation mit Solarpanel im Vergleich: Fünf Modelle für den Stromausfall

Die fünf verglichenen Powerstations speichern zwischen 299 und 2.048 Wattstunden. Bei einem Verbrauch von 100 Watt reicht das rechnerisch für 3 bis gut 20 Stunden. Ein Stromausfall wie der Berliner vom Januar 2026 dauerte rund 96 Stunden, deshalb zählt neben der Akkugröße vor allem, wie viel Strom das Solarpanel nachliefert.

Blaue Solarmodule in dichten Reihen von oben fotografiert

Kurz zusammengefasst: Verglichen werden BROWEY (1.024 Wh), Jackery Explorer 1000 v2 (1.070 Wh), NITIGO (2.048 Wh), ALLPOWERS R600 (299 Wh) und FOSSiBOT F1800 (1.024 Wh), alle mit LiFePO4-Akku und Solarpanel. Bei 100 Watt Verbrauch laufen sie rechnerisch zwischen 3,0 und 20,5 Stunden. Für eine Vollladung braucht das mitgelieferte Panel rechnerisch zwischen 5,1 und 25,6 Stunden bei voller Leistung. Ein Test des ALLPOWERS R600 maß 252 von 299 Wattstunden am Ausgang, das sind 84 Prozent. Zu Gewicht und Garantie liegen nicht für alle fünf Geräte Angaben vor.

Welche fünf Powerstations werden hier verglichen?

Es sind fünf Modelle mit LiFePO4-Akku und Solarpanel, die bei Amazon im Set angeboten werden. Die Daten stammen aus den Produktangaben der Angebote (Stand 26.10.2026), bei zwei Geräten ergänzt durch einen Test und eine Herstellerangabe. Die Amazon-Links in der Tabelle sind Partnerlinks. Preise nenne ich nicht, weil sie bei Amazon schwanken. Die letzten beiden Spalten sind eigene Rechnungen: Kapazität geteilt durch 100 Watt Verbrauch, und Kapazität geteilt durch die Panelleistung, jeweils ohne Verluste.

ModellKapazitätAC-LeistungSolarpanel im SetLaufzeit bei 100 WSolar-Vollladung
ALLPOWERS R600299 Wh600 W (1.200 W Spitze)100 W, faltbar3,0 h3,0 h
BROWEY 1600W1.024 Wh1.600 W40 W, integriert10,2 h25,6 h
Jackery Explorer 1000 v21.070 Wh1.500 W100 W, bifazial10,7 h10,7 h
FOSSiBOT F18001.024 Wh1.800 W200 W laut Titel10,2 h5,1 h
NITIGO 2400W2.048 Wh2.400 W (4.800 W Spitze)200 W20,5 h10,2 h

Die Wechselrichter-Leistung liegt bei allen fünf weit über den 100 Watt der Rechnung hier. Wichtiger ist das Verhältnis von Akku zu Panel. Das BROWEY-Set hat denselben Akku wie das FOSSiBOT-Set, aber nur ein Fünftel der Panelleistung, und das macht in der Spalte rechts den Unterschied von 5,1 zu 25,6 Stunden aus.

Wie lange läuft eine Powerstation bei Stromausfall?

Die Laufzeit ergibt sich aus Kapazität geteilt durch Verbrauch. Ein Dauerverbrauch von 100 Watt über 96 Stunden summiert sich auf 9,6 Kilowattstunden. Das ist rund das Neunfache der Kapazität des Jackery mit 1.070 Wh und knapp das Fünffache der 2.048 Wh der NITIGO. Die ALLPOWERS wäre nach drei Stunden leer. Die Ausfalldaten zum Berliner Fall stehen im Beitrag Blackout-Wahrscheinlichkeit in Deutschland.

In der Praxis fällt die Laufzeit kürzer aus als gerechnet. Im Test der ALLPOWERS R600 lieferte das Gerät 252 von 299 Wattstunden an der Steckdose ab, bei 5 Prozent Restladung schaltet der Wechselrichter ab. Als Anhaltspunkt mit diesem Wert, der von einem anderen Gerät stammt, schrumpft die Laufzeit der 1.070-Wh-Geräte bei 100 Watt von 10,7 auf rund 9 Stunden. Der Tester weist außerdem darauf hin, dass der Wechselrichter auch ohne angeschlossene Last Strom zieht. Zum Laden von Handy und Laptop sparen die USB-Anschlüsse Akku, die Steckdosen bleiben dann ausgeschaltet.

Gemessen werden sollte der Verbrauch der eigenen Geräte mit einem Strommessgerät, bevor der Ernstfall eintritt. Ein Kühlschrank hält die Kälte bei geschlossener Tür etwa 4 bis 6 Stunden, wie im Beitrag Kühlschrank und Lebensmittel bei Stromausfall beschrieben. Eine Powerstation kann diese Zeit verlängern, ihr Akku ist aber schneller aufgebraucht, als man denkt. Eine USV-Funktion, die beim Ausfall ohne Unterbrechung umschaltet, nennen die Angebote für die Jackery (bis 20 ms) und die NITIGO (unter 10 ms), der Test für die ALLPOWERS ebenfalls (unter 10 ms). Für BROWEY und FOSSiBOT habe ich keine USV-Angabe gefunden.

Wie schnell lädt das Solarpanel die Powerstation wieder auf?

Langsamer, als die Rechnung in der Tabelle vermuten lässt. Sie setzt volle Panelleistung voraus, die es nur bei guter Sonneneinstrahlung gibt. Im Test der ALLPOWERS R600 erreichte das 100-Watt-Panel gut 70 Watt, und das Gerät stieg in rund 25 Minuten von 0 auf 11 Prozent. Mit 70 Watt statt 100 Watt dauert die Vollladung des 299-Wh-Geräts gut vier Stunden, die der Jackery mit demselben Panel gut 15 Stunden.

Das 40-Watt-Panel des BROWEY liefert weniger, als ein Verbraucher von 100 Watt zieht. Es deckt damit höchstens 40 Prozent des Bedarfs und verlängert die Laufzeit nur. Bei den 200-Watt-Panels von FOSSiBOT und NITIGO hängt der Nutzen von der Kapazität ab: Das FOSSiBOT-Set lädt rechnerisch doppelt so schnell wie die NITIGO, weil der Akku nur halb so groß ist. Beim FOSSiBOT nennt der Produkttitel 200 Watt Solarleistung, der Lieferumfang ist in den Angaben nicht beschrieben, das sollte vor dem Kauf geprüft werden.

Schneller geht das Laden an der Steckdose, aber die gibt es im Ausfall nicht. Der Test der ALLPOWERS R600 maß knapp 2 Stunden bis zur Vollladung, der Hersteller nennt 1 Stunde. Für die FOSSiBOT gibt der Händler eine AC-Ladeleistung von 200 bis 1.000 Watt an, für die Jackery einen Notfallmodus mit einer Stunde bis voll. Die Geräte sollten also vor dem Ausfall voll geladen sein, das Panel dient zum Nachladen. Wie Solarstrom bei einem Ausfall einzuordnen ist, behandelt der Beitrag zum Balkonkraftwerk als Krisen-Backup.

Welche der fünf Powerstations passt zu welchem Einsatz?

Die ALLPOWERS R600 ist mit 5,8 Kilogramm das leichteste Gerät und reicht für Handy, Laptop und andere kleine Verbraucher. Im Test lud sie ein MacBook Pro über USB-C mit über 90 Watt. Der Tester kritisiert den lauten, ungeregelten Lüfter beim Laden und bei Nutzung der Steckdosen, einzelne Leser berichten von Ausfällen und Problemen mit dem Support. Belegen lässt sich das nicht, es ist aber ein Hinweis, die Garantiebedingungen zu lesen.

Die Jackery Explorer 1000 v2 wiegt nach Angabe von GfU 11 Kilogramm und ist auf 4.000 Zyklen ausgelegt. Sie hat sechs Anschlüsse, darunter zwei Schuko-Steckdosen, zwei USB-C, einen USB-A und einen 12-Volt-Anschluss. Mit 1.070 Wh und dem 100-Watt-Panel ist sie die Mitte des Vergleichs: bei 100 Watt Verbrauch rechnerisch gut 10 Stunden Laufzeit.

Das BROWEY-Set hat 1.024 Wh, 1.600 Watt AC-Leistung, USB-C mit 100 Watt in beide Richtungen und laut Angebot 5 Jahre Herstellergarantie. Das eingebaute 40-Watt-Panel ist der schwächste Teil. Für die Rolle als Notfallspeicher, der vor dem Ausfall an der Steckdose geladen wird, ist das Gerät brauchbar, als Solarstation weniger.

Die FOSSiBOT F1800 hat bei gleicher Kapazität mehr AC-Leistung, 1.800 Watt dauerhaft. Ein niederländischer Händler nennt 2.700 Watt Spitze für 400 Millisekunden, gedacht für Geräte mit Anlaufstrom. Das 200-Watt-Panel macht sie unter den 1.024-Wh-Geräten zum schnellsten beim Nachladen, sofern es im Lieferumfang steckt.

Die NITIGO hat mit 2.048 Wh die größte Kapazität, 2.400 Watt Dauerleistung, 4.800 Watt Spitze, 16 Anschlüsse und ein 200-Watt-Panel. Zu Gewicht und Garantie habe ich keine Angaben gefunden, auch keinen unabhängigen Test der Marke. Beides sollte vor dem Kauf beim Verkäufer erfragt werden, denn bei dieser Größe spielt das Gewicht eine Rolle, wenn das Gerät im Ernstfall getragen werden muss.

Powerstation oder Notstromaggregat für den Stromausfall?

Eine Powerstation verbrennt nichts und erzeugt deshalb kein Kohlenmonoxid. Ein Benzin- oder Dieselaggregat läuft dagegen nur im Freien, wie der Beitrag Kohlenmonoxid bei Stromausfall zeigt. Dafür liefert ein Aggregat so lange Strom, wie Kraftstoff im Tank ist, während der Akku der Powerstation nach den oben gerechneten Stunden leer ist. Die Aggregate im Vergleich stehen im Beitrag Benzin-Notstromaggregate im Test und Vergleich. Für kleine Geräte zum Laden unterwegs reicht auch eine Powerbank.

Weitere Modelle und eine Auswahlhilfe nach Energiebedarf stehen auf garten-shop-365.de zu Solarpanel-Powerstations.