Ein Krisenvorrat gehört kühl, trocken und dunkel gelagert. Konserven vertragen laut Verbraucherzentrale Niedersachsen höchstens 19 Grad Celsius und halten bei richtiger Lagerung etwa fünf Jahre. Ältere Ware kommt nach vorn und wird zuerst verbraucht, neue Ware wandert nach hinten.

Wo und bei welcher Temperatur lagert man den Krisenvorrat?
Der Krisenvorrat gehört an einen kühlen, trockenen und dunklen Ort. Für Konserven nennt die Verbraucherzentrale Niedersachsen eine Obergrenze von 19 Grad Celsius, dunkel gelagert. Das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg empfiehlt dieselben drei Bedingungen für den gesamten Notvorrat.
Die Obergrenze von 19 Grad ist im Sommer die härteste Anforderung. Räume unter dem Dach, neben der Heizungsanlage oder mit Südfenster überschreiten sie schnell. Wer an seinem Lagerort im Sommer mehr als 19 Grad misst, hat für Konserven den falschen Platz gewählt. Ein Thermometer mit Min-Max-Anzeige im Lagerraum zeigt über ein Jahr, wie weit die Temperatur schwankt.
Wie lange sind Konserven und Trockenwaren haltbar?
Konserven sind bei richtiger Lagerung etwa fünf Jahre haltbar, Vollkonserven wie Dosenobst und Dosengemüse nach Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen sogar mehrere Jahre über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Knäckebrot, Kekse und Zwieback halten lange, solange sie trocken bleiben.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nennt für andere Produkte deutlich kürzere Zeiträume: ungeöffnete H-Milch hält mindestens sechs Wochen, sterilisierte Milch bis zu einem halben Jahr, Vollkornbrot rund zehn Tage. Kartoffeln halten bei dunkler, trockener und luftiger Lagerung mehrere Monate, Wurzel- und Kohlgemüse mehrere Wochen. Für einen Notvorrat taugen damit vor allem Konserven, Knäckebrot, Zwieback und Trockenware, Frischprodukte nur als Ergänzung für die ersten Tage.
Expert Insight: Die Haltbarkeitsangaben der Quellen gelten für die genannten Lagerbedingungen. Die fünf Jahre für Konserven setzen Dunkelheit und höchstens 19 Grad Celsius voraus. Wer Dosen in einem Raum lagert, der im Sommer deutlich wärmer wird, kann sich auf diese fünf Jahre nicht verlassen. Der Lagerort zählt für die Haltbarkeit also ebenso wie das Produkt selbst.
Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum beim Notvorrat?
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt an, bis wann ein ungeöffnetes Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften behält. Das Baden-Württembergische Landwirtschaftsministerium rät, das MHD regelmäßig zu überprüfen. Bei Vollkonserven liegt die tatsächliche Haltbarkeit oft deutlich über dem Aufdruck.
Für die Praxis gilt eine einfache Regel: Das MHD ist kein Wegwerfdatum, aber ein Prüfsignal. Vor dem Verzehr zählt der Zustand des Produkts. Bombierte Konservendosen, also Dosen mit gewölbtem Deckel oder Boden, lassen laut Verbraucherzentrale auf verdorbenen Inhalt schließen und werden nicht geöffnet.
Wie funktioniert das FIFO-Prinzip im Vorratsschrank?
FIFO steht für „First In – First Out“: Die zuerst eingelagerte Ware wird zuerst verbraucht. Die Verbraucherzentrale beschreibt die Umsetzung so: Neu gekaufte Vorräte kommen nach hinten, die älteren Produkte stehen vorn und werden zuerst aufgebraucht.
Aus dem Prinzip folgt ein Kreislauf statt eines Lagers. Ein Teil des Vorrats landet im normalen Küchenalltag und wird sofort nachgekauft. Damit steht nie die gesamte Menge gleichzeitig kurz vor dem Ablauf. Ein praktischer Anfang: Jede Packung bekommt mit einem Filzstift das Ablaufmonat auf die Vorderseite, und im Regal liegen die Produkte nach Datum sortiert, das früheste vorn. Eine Kontrolle alle sechs Monate mit festem Kalendertermin hält das System am Laufen.
Wie viele Kalorien und wie viel Wasser braucht der Vorrat?
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rechnet mit 2.200 Kilokalorien und 2 Litern Wasser pro Person und Tag. Für zehn Tage ergibt das 22.000 Kilokalorien und 20 Liter Wasser pro Person, bei vier Personen 88.000 Kilokalorien und 80 Liter.
Die Zielwerte des BBK, 10 Tage als Idealziel und 3 Tage als Einstieg, stehen im Artikel zur BBK-Checkliste für den Krisenfall. Eine Einkaufsliste mit konkreten Produkten liefert der Beitrag Einkaufsliste Prepper: Was man braucht. Für Wasser bieten sich Stapelkanister an, die sich platzsparend im Vorratsraum stapeln lassen.
Wie schützt man den Vorrat vor Schädlingen und Feuchtigkeit?
Angebrochene Packungen gehören in luftdicht verschließbare Gefäße, damit Schädlinge wie Motten und Käfer keinen Zugang haben. Das empfiehlt das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg. Unangebrochene Ware bleibt in der Originalverpackung, solange sie trocken und dunkel steht.
Für die Lagerung eignen sich stabile Behälter, die zugleich Ordnung ins Regal bringen. Welche Lösungen es gibt, zeigen die Artikel zu Prepper-Kisten und zur BigDean-Aufbewahrungstonne. Für Notrationen, die auf lange Lagerung ausgelegt sind, bieten sich Produkte wie MRE-Verpflegungspakete als Ergänzung an. Sie ersetzen den Alltagsvorrat nicht, sondern ergänzen ihn.
Meine Einschätzung: Die verbreitete Vorstellung vom Krisenvorrat sind Eimer mit Spezialnahrung für 25 Jahre. Die offizielle Linie sieht anders aus: Die BBK-Liste besteht aus Konserven, Trockenfrüchten, Nüssen, Zwieback und Müsliriegeln, also aus Supermarktware, und die Verbraucherzentrale setzt auf einen Kreislauf nach FIFO. Der Vorteil liegt auf der Hand: Was im Alltag gegessen wird, läuft nie unbemerkt ab, und der Geschmack passt zur Familie. Spezialrationen sind eine sinnvolle Ergänzung für Fluchtrucksack und Auto, der Hauptvorrat gehört in den normalen Küchenkreislauf.
- Lagerort kühl, trocken, dunkel, Konserven höchstens 19 Grad Celsius
- Konserven etwa 5 Jahre haltbar, Vollkonserven oft deutlich länger als das MHD
- FIFO: neue Ware nach hinten, älteste Ware zuerst verbrauchen, Kontrolle alle 6 Monate
- Rechenbasis: 2.200 Kilokalorien und 2 Liter Wasser pro Person und Tag, für 4 Personen und 10 Tage 88.000 Kilokalorien und 80 Liter
- Gewölbte Dosen entsorgen, angebrochene Packungen luftdicht umfüllen
Häufige Fragen zur Vorratslagerung
Darf ich Konserven nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums essen?
Wie oft sollte ich den Vorrat kontrollieren?
Eignet sich der Keller als Lagerort?
Wie viele Lebensmittel brauche ich für zwei Personen und zehn Tage?
Quellen und weiterführende Literatur
- Lebensmittelvorräte für Zuhause – im Krisenfall · verbraucherzentrale-niedersachsen.de · Lagertemperatur für Konserven, Haltbarkeit, FIFO-Prinzip, 2.200 Kilokalorien und 2 Liter Wasser pro Person und Tag.
- Tipps für die Praxis – Ernährungsnotfallvorsorge · mlr.baden-wuerttemberg.de · Lagerbedingungen, FIFO, MHD-Kontrolle und luftdichtes Umfüllen angebrochener Packungen.
- Lebensmittel richtig lagern · bvl.bund.de · Lagerdauern für Milch, Brot, Kartoffeln und Gemüse sowie Hinweise zu Konserven und Trockenprodukten.
- Essen und Trinken bevorraten · bbk.bund.de · Basis-Empfehlungen zu Vorratsdauer, Trinkwasser und geeigneten Lebensmittelkategorien.

