Funk im Krisenfall: PMR446, Freenet, CB-Funk und Amateurfunk im Vergleich
Für den Krisenfall sind Handfunkgeräte nach PMR446 die einfachste Lösung: Sie sind lizenzfrei, haben höchstens 500 Milliwatt Sendeleistung und decken den Nahbereich ab. Für größere Distanzen kommen CB-Funk und Freenet infrage, Amateurfunk erfordert eine Prüfung und ein Rufzeichen. Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, entscheidet vor allem die Absprache vorab, nicht die Gerätetechnik.

Welche Funkarten gibt es ohne Lizenz?
Ohne Prüfung sind PMR446, Freenet und CB-Funk nutzbar, jeweils mit einer allgemeinen Genehmigung der Bundesnetzagentur. Man braucht kein Sendernetz und zahlt keine Gebühren, kommuniziert aber nur, wenn beide Seiten auf demselben Kanal und gegebenenfalls mit derselben Codierung senden.
PMR446 darf nach einem Herstellerhinweis maximal 500 Milliwatt Sendeleistung haben, sofern das Gerät der Norm ETS 300296 entspricht. Die Zahl der Kanäle wird auf der Herstellerseite widersprüchlich mit 8 oder 16 angegeben, je nach Gerät. Freenet nutzt Frequenzen zwischen 149,0250 und 149,1125 Megahertz mit sechs Kanälen. Zugelassen sind laut teltarif.de Handfunkgeräte mit fest eingebauter Antenne, die Geräte brauchen eine Konformitätsbescheinigung und eine deutschsprachige Bedienungsanleitung.
Wie weit reicht Jedermannfunk wirklich?
Im Nahbereich von wenigen Kilometern, abhängig von Gelände und Bebauung. Für Freenet nennt teltarif.de bei etwa 1 Watt Sendeleistung wenige hundert Meter in dichter Bebauung und 2 bis 3 Kilometer bei freier Sicht auf dem Land, mehr von einem Berg aus. Für PMR446 nennt der Hersteller keine feste Zahl, bei Sichtverbindung sei die Reichweite meist besser als bei CB-Funk, hänge aber von Gerätequalität, Standort und Hindernissen ab.
Die Herstellerseite widerspricht sich an einer Stelle: Ein Beitrag sieht CB-Funk bei größeren Distanzen vorn, ein anderer PMR bei Sichtverbindung. Beides lässt sich vereinen. CB-Funk lohnt mit guter Antenne für größere Distanzen, PMR446 für Sichtverbindungen in Quartier, Wald oder Gelände. In einer Stadt mit vielen Hauswänden bringen Handfunkgeräte wenig, hier muss man mit Entfernungen im Bereich einiger Häuserblocks planen.
Wann lohnt sich Amateurfunk?
Wenn man große Distanzen überbrücken will und bereit ist, dafür zu lernen. Amateurfunk erfordert nach teltarif.de eine offizielle Lizenz mit amtlichem Rufzeichen. Die kostenpflichtige Prüfung findet nach Voranmeldung in Außenstellen der Bundesnetzagentur statt, der Prüfling muss persönlich erscheinen. Geprüft werden technische, gesetzliche und betriebliche Grundlagen.
Amateurfunkgeräte dürfen nicht auf PMR446- oder Freenet-Frequenzen betrieben werden, die Herstellerseite stellt das ausdrücklich als unzulässig dar. Für die meisten Haushalte ist Amateurfunk deshalb ein Hobby mit Einstiegshürde, kein Notfallwerkzeug für nebenbei.
Wie bereitet man Funk für den Stromausfall vor?
Mit Akkus, Ersatzbatterien und einer klaren Absprache. Handfunkgeräte laufen mit Akku oder Batterien, laden lassen sie sich über Powerbanks. Ein Kurbelradio wie das Roxicosly-Modell empfängt Behördendurchsagen, ersetzt aber kein Sendegerät.
Ein konkretes Gerät stellt der Artikel zum Retevis RT24 Walkie-Talkie vor. Vor dem Ernstfall sollten Kanal, Anrufkanal und Uhrzeiten für Funkchecks festgelegt sein, sonst bleibt jeder auf einem anderen Kanal stumm. Warnungen vom Staat kommen über die Wege aus dem Beitrag Warn-Apps im Vergleich, weitere Ausfallszenarien beschreibt Internet- oder GPS-Ausfall.
Quellen und weiterführende Literatur
- Jedermann-Funk · teltarif.de · Artikel vom 5. Januar 2023 zu CB-Funk, PMR446, Freenet und Amateurfunk, Reichweite und Genehmigungen.
- FAQ zu PMR-Funk · wimo.com · Beiträge vom 12. März 2024 zu Sendeleistung, Kanälen und Unterschieden zu CB-Funk, Freenet und Amateurfunk.

