Hausapotheke und Medikamentenvorrat: Was in den Notfallvorrat gehört
Eine Hausapotheke für den Notfall enthält das BBK zufolge elf Punkte, vom Verbandskasten nach DIN über verordnete Medikamente bis zur Splitterpinzette. Wer dauerhaft Medikamente nimmt, sollte laut Katastrophenpharmazie den Bedarf für ein bis zwei Wochen vorrätig halten. Große Vorräte sind nicht sinnvoll, weil Arzneimittel ein Verfallsdatum haben.

Was gehört in eine Hausapotheke für den Notfall?
Nach der Liste des BBK sind es elf Punkte: ein Verbandskasten nach DIN, vom Arzt verordnete Medikamente, schmerz- und fiebersenkende Mittel, Hautdesinfektionsmittel, Wunddesinfektionsmittel, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, ein Fieberthermometer, Mittel gegen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Elektrolyte zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlust, Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand sowie eine Splitterpinzette.
Die Berufsfeuerwehr Heilbronn ergänzt in ihrem Flyer Einweghandschuhe und Atemschutzmaske sowie Verbandsmaterial nach DIN 13164 mit Mullkompressen, Verbandschere, Pflastern, Binden und Dreiecktuch. Ein fertig bestücktes Set wie das Erste-Hilfe-Set von Lewis Plast deckt den Verbandsteil ab, die persönlichen Medikamente müssen aber ohnehin individuell ergänzt werden. Zur Atemschutzmaske finden sich Einschätzungen im Beitrag Prepper-Atemschutz: Vorsorge oder Übertreibung.
Wie groß sollte der Medikamentenvorrat sein?
Für Menschen mit Dauermedikation reichen im Normalfall 1 bis 2 Wochen. Das empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Katastrophenpharmazie der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft. Die Landesapothekerkammer Hessen nennt für den Fall einer Quarantäne mindestens 14 Tage. Das BBK rät, verordnete Medikamente stets vorrätig zu halten, nennt aber keine Mengen.
Von Hamsterkäufen raten die Apotheker ab: Eine gut sortierte Hausapotheke ist sinnvoll, große Vorräte nicht. Das passt zum Vorratsziel von zehn Tagen, das der Artikel zur BBK-Checkliste beschreibt. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte, und über individuelle Mengen mit Arzt oder Apotheke sprechen.
Wie lagert man Medikamente richtig?
Kühl, trocken und gut gesichert. Die Berufsfeuerwehr Heilbronn empfiehlt einen abschließbaren Schrank oder ein abschließbares Fach, für Kinder unzugänglich. Ideal ist ein kleiner Schrank mit frei zugänglichem Verbandsfach und abschließbarem Medikamentenfach. Geeignet ist ein wenig beheizter, trockener Raum, das Badezimmer gilt ausdrücklich als der falsche Platz.
Der Lagerort sollte zum Vorratskonzept passen. Wie Haltbarkeit und Ordnung bei Lebensmitteln funktionieren, beschreibt der Artikel zum Krisenvorrat.
Wie oft sollte man die Hausapotheke kontrollieren?
Regelmäßig. Die Feuerwehr empfiehlt, abgelaufene Bestandteile auszusortieren und verbrauchtes Material aufzufüllen, idealerweise bevor der Vorrat aufgebraucht ist. Arzneimittel haben ein Verfallsdatum, nach dessen Ablauf sie an Wirkung verlieren oder gefährlich werden können. Abgelaufene Medikamente dürfen laut dem Flyer im Hausmüll entsorgt werden.
Besonders wichtig ist die Hausapotheke, wenn man bei einer Notlage wie einem schweren Unwetter das Haus nicht verlassen sollte. Notrufe laufen über die 112, nicht über soziale Medien, und die Warn-App NINA lässt sich für den eigenen Stadt- oder Landkreis einstellen, wie im Beitrag Warn-Apps im Vergleich beschrieben. Auch Haustiere brauchen im Ernstfall Vorsorge, siehe Prepper-Haustiere.
- BBK-Hausapotheke: elf Bestandteile, von verordneten Medikamenten bis zur Splitterpinzette
- Dauermedikation: 1 bis 2 Wochen Vorrat, bei Quarantäne mindestens 14 Tage
- Lagerung kühl, trocken, abschließbar, nicht im Badezimmer
- Regelmäßig auf Verfallsdatum prüfen, Verbrauchtes auffüllen
Quellen und weiterführende Literatur
- Brauche ich einen Vorrat an Medikamenten? · aponet.de · Artikel vom 9. März 2020 mit Empfehlungen der Katastrophenpharmazie, der Landesapothekerkammer Hessen und der BBK-Liste zur Hausapotheke.
- Flyer Hausapotheke · Berufsfeuerwehr Heilbronn · Inhalt, Aufbewahrung, Haltbarkeit und Kontrolle der Hausapotheke.

